RECARO: Eine Firmengeschichte in sechs Sitzen

19.07.2019 | 3 min read

Im Markt der Gaming-Chairs sind wir ein neuer Mitspieler, aber hinter der Marke RECARO steht eine Geschichte von mehr als 100 Jahren. Es folgt: Ein Auszug aus unserer Firmenhistorie anhand ganz besonderer Produkte – und wie sich diese Tradition im RECARO Exo Gaming-Sitz widerspiegelt.

Chancen erkennen, neue Geschäftsfelder erschließen und dabei immer wieder Maßstäbe setzen. Den Erfolg von RECARO hat seit jeher ausgemacht, dass wir keine Durchschnittsprodukte fertigen. Nur was sich bewährt, wird bewahrt. Durch die Jahrzehnte haben wir so einen hohen Anspruch und eine wertvolle Tradition entwickelt. Wir nehmen euch in diesem Blog mit auf die Reise durch die Zeit – vom Vorläufer des Cabriolets bis zum RECARO Exo Gaming-Sitz.

Anno 1906: Der Kaiser und der Sattler

Kaiser Wilhelm II. war wenig begeistert von dieser neuen Erfindung, die um die Jahrhundertwende durch die Straßen seines Reiches tuckerte. „Das Pferd bleibt für immer, das Automobil ist eine Modeerscheinung“, befand er. Anders sah das ein 32-jähriger Sattlermeister aus Stuttgart. Wilhelm Reutter, bis dahin tätig in einer Firma für Kutschenaufbauten, sah eine Chance in diesen Fahrzeugen. Also gründete er 1906 ein neues Unternehmen, das maßgeschneiderte Karosserien und Interieurs für Autos baute. 1909 präsentierte er seine erste große Innovation: Das „Stuttgarter Karosseriewerk Reutter & Co.“ ließ mit „Reutter’s Reform-Karosserie“ den Vorgänger des heutigen Cabrios patentieren. Das Bild zeigt die Belegschaft von 1908 – inklusive die Metall-Sitzschale eines frühen Sitzes aus der Reutter-Fertigung.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde Reutter Hauptlieferant der neuen Automarke Porsche: Man baute im Zuffenhausener Reutter-Werk einen Großteil der Karosserien für den Porsche 356 – inklusive des Interieurs und der Sitze.

Anno 1963: Der Sportwagen und der Sitz

Reutter verkaufte 1963 das Karosserie-Werk an Porsche, firmierte in RECARO um (REutter CAROsserie) und konzentrierte sich auf die Entwicklung und Produktion von Sitzen, u.a. für die Sportwagen-Ikone 911. Im Jahr 1965 folgte der große Wurf. Der neue RECARO Sportsitz bot als erster Autositz geführten Seitenhalt, eine ergonomisch optimierte Kontur der Rückenlehne und Schaumstoffpolsterung. Er war damit von Grund auf anders konstruiert und deutlich leichter als bisherige Autositze. Der RECARO Sportsitz war zudem der erste Sitz, der sich Automarken- und modellunabhängig nachrüsten ließ. Die Lehne konnte dabei individuell eingestellt werden. Ein Rennsportsitz mit Schalenkonstruktion für den Rallye-Einsatz folgte 1967.

Anno 1971: Die Rennstrecke und die Startbahn

Mit dem Anbruch der neuen Dekade wurde RECARO zum Himmelsstürmer und stieg zusätzlich zum Geschäft mit Autositzen in den Markt für Flugzeugsitze ein. Internationale Fluglinien wie Lufthansa, Hapag-Lloyd, Korean Airlines und weitere waren von Produkt und Leichtbauweise überzeugt. Bis heute beliefert RECARO Aircraft Seating internationale Fluglinien.

Leichtbau war auch am Boden gefragt: Der erste Profi-Rennsitz von RECARO aus dem Jahr 1974 wurde für die besonderen Ansprüche des Motorsports ausgelegt. Das zeigte sich insbesondere in der Materialauswahl: Die Rennschale des „RECARO profi“ war aus leichtem Kevlar gefertigt und mit selbstlöschendem Nomex bezogen. Zu diesen revolutionär neuen Motorsportsitzen führte die enge Kooperation mit bekannten Rennfahrern und viele Testkilometer.

Anno 1987: Das Design und der Anspruch

Design bedeutet bei RECARO nicht nur Ästhetik. Design muss funktional und ergonomisch richtig sein, muss darüber hinaus auch einen Charakter haben, einen Ausdruck. Nichts verkörperte dieses Credo so sehr wie das neue Produkt, mit dem RECARO rund ein Jahrzehnt später ein neues Geschäftsfeld aufmachte: Der erste mitwachsende RECARO Kindersitz kam 1998 auf den Markt.

Anno 2019: Das Hier und das Jetzt

Und damit sind wir in der Gegenwart angekommen. 2019 haben wir mit dem RECARO Exo unseren ersten Gaming-Sitz auf den Markt gebracht. Wir haben wie Gründer Wilhelm Reutter eine Chance erkannt. Wir setzen auf eine einzigartige Schalenkonstruktion, haben wie beim „RECARO profi“ die Materialien explizit für den Einsatzzweck ausgewählt und den Sitz gemeinsam mit den Anwendern aus der Szene entwickelt. Mit seiner ergonomischen Form und dem abschirmenden Kopfteil fördert er Spielfokus und Leistungsfähigkeit – damit sind Ergonomie, Ästhetik und Funktionalität im gleichberechtigten Einklang. Der RECARO Exo ist ein echtes RECARO Original für einen neuen Markt – und eröffnet ein weiteres spannendes Kapitel in der Firmenhistorie.

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